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Hallo Mathefreaker!

 

Der Film ist wirklich interessant und erzählt auch viel Wahres. In dem Punkt, dass sich die Masse des Menschen bei Verdoppelung der Erdmasse von 80kg auf 800kg vergrößern würde, liegt der Autor aber falsch. Die Masse eines Körpers kann sich nicht ändern.

Im Film wurde dann das Beispiel gebracht, was wäre, wenn die Masse der Erde  das doppelte, fünffache oder zehnfache hätte.  Es würde beinah stimmen, wenn er die alte Gewichtseinheit Kilopond (1kp = 9,807N) verwendet hätte.

In deinem Beitrag hast du gefragt, wie sich das Gewicht ändert, wenn die Erde 2x, 5x oder 10x so  groß würde. Bei Größe geht man gewöhnlich vom Durchmesser aus,  also auch ich. Deshalb der Unterschied zu den Angaben im Film. Weil es auch mich interessiert, rechne ich dieses mal die Gewichtsänderung bei Vervielfachung der Erdmasse.

 

\(m_{Erde}=5,9732\cdot 10^{24}kg\\ \rho=5,51g/cm^3\\ r_{Erde}=6371km\\ m_{Mensch}=80kg\)

 

\(Annahme\ ideale\ Kugel:\\m=\frac{4}{3}\pi r^3\cdot\rho\\ r=\sqrt[3]{\frac{3m}{4\pi\cdot \rho}} =\sqrt[3]{\frac{3\cdot 5,9732\cdot 10^{24}kg}{4\cdot \pi\cdot 0,00551kg/cm^3}\cdot\frac{m^3}{10^6cm^3}} \)

\(r_{1\cdot m}=6372682,5m\\ r_{2\cdot m}=6372682,5m\cdot\sqrt[3]{2}\\ r_{2\cdot m}=8029076,8m\)

 

\({\color{blue}F_1=}G\cdot \frac{m_{Erde}\cdot m_2}{r}\cdot (\frac{kp\cdot s^2}{9,807\cdot kg\cdot m})=\color{blue}80kp\\ F_2=G\cdot \frac{2\cdot m_{Erde}\cdot m_2}{r\cdot \sqrt[3]{2}}=\frac{2}{\sqrt[3]{2}}\cdot G\cdot \frac{m_{Erde}\cdot m_2}{r}=\frac{2}{\sqrt[3]{2}}\cdot 80kp\)

\(\color{blue}F_2=127kp\)

\(F_5=G\cdot \frac{5\cdot m_{Erde}\cdot m_2}{r\cdot \sqrt[3]{5}}=\frac{5}{\sqrt[3]{5}}\cdot G\cdot \frac{m_{Erde}\cdot m_2}{r}=\frac{5}{\sqrt[3]{5}}\cdot 80kp\\ \color{blue}F_5=233kp\)

\(F_{10}=G\cdot \frac{10\cdot m_{Erde}\cdot m_2}{r\cdot \sqrt[3]{10}}=\frac{10}{\sqrt[3]{10}}\cdot G\cdot \frac{m_{Erde}\cdot m_2}{r}=\frac{10}{\sqrt[3]{10}}\cdot 80kp\\ \color{blue}F_{10}=371,3kp\)

Man wird schwerer, aber doch nicht um so viel, wie es der Film behauptet.

Schönen guten Morgen wünscht

laugh  !

21.05.2021
20.05.2021
 #1
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Das Plus-Zeichen hat hier ja offenbar eine andere Bedeutung, als die, die man allgemein kennt. Bin persönlich kein Fan davon, hier noch das Plus-Zeichen zu benutzen - finde eine Schreibweise wie den "Kringel" (also zB. \(6 \circ 4 = 210\)) passender, aber darum soll's hier ja nicht gehen.

 

Prinzipiell gibt es unendlich viele Möglichkeiten, hier eine logische Antwort zu liefern. Man könnte sogar relativ leicht jede beliebige Zahl für's Fragezeichen einsetzen und es gäbe eine sinnvolle Lösung dazu. Auch könnte man für das Pluszeichen sowohl kommutative als auch nicht-kommutative Verknüpfungsvorschriften angeben. Ich liefere nun einen möglichen Ansatz, ihr seid gern eingeladen, diesen irgendwie abzuändern und so neue Lösungen zu erschaffen.

 

Ich wähle (!), dass das Plus die beiden Zahlen immer irgendwie so verknüpfen soll:

 

x + y = ax + bx2 +cy + dy2.    (*)


Dabei sind a, b, c und d feste reelle Zahlen, die es nun noch zu finden gilt.

Die oben angegebenen Gleichungen liefern folgendes Gleichungssystem:

 

6a + 36b + 4a + 16d = 210

9a + 81b + 2c + 4d = 711

8a + 64b + 5c + 25d = 313

5a + 25b + 2c + 4d = 37

 

Lösen dieses Gleichungssystems liefert die (zugegebenermaßen nicht sonderlich schönen) Zahlenwerte für a, b, c und d:

 

a = 95579/114

b = -3440/57

c = -97609/76

d = 11825/76

 

Damit ist unser Fragezeichen gefunden: Für x haben wir den Wert 7 gegeben, für y den Wert 6. Die Werte von a, b, c und d sind auch schon fest. Wir müssen nun nur noch alles in Gleichung (*) einsetzen und erhalten:

 

? = ax + bx2 +cy + dy2 = 46001/57

 

Auf diese Art können nicht nur hochintelligente Menschen, sondern jeder, der ein Gleichungssystem lösen kann, lösen. Ich nehme wohl nicht an, dass das die von KabelEins gesuchte Lösung ist, aber es ist eine Lösung und sie ist zweifellos korrekt. 

 

Ich möchte auch auf einen weiteren, ebenfalls relativ einfachen Ansatz hinweisen: Wir könnten das Plus auch als eine Verknüpfung betrachten, die das zweite Argument (oder auch das erste) völlig ignoriert, also etwa eine Verknüpfung der Form

 

x + y = ax3+bx2+cx+d

 

Auch hier liefern uns die Gleichungen oben ein Gleichungssystem, beziehungsweise Punkte, die auf unserer Polynomfunktion liegen müssen. Wir können hier sogar noch einen Schritt weitergehen: Wenn wir den Grad des Polynoms auf vier erhöhen, also unsere Verknüpfung wie folgt derfinieren:

 

x  + y = ax4+bx3+cx2+dx+e

 

Dann können wir für das Fragezeichen jede beliebige Zahl einsetzen und erhalten (mit den bereits vollständigen vier Gleichugen) fünf lineare Gleichungen, mit denen die Werte für a, b, c, d und e ermittelt werden können. So findet man zu jedem Wert für's Fragezeichen die passende Abbildungsvorschrift, und das sogar ohne die Zahl hinter dem Plus zu beachten. Auch das ist sicherlich nicht das, was sich KabelEins vorgestellt hat, ist aber ein zielführendes und einfaches Rezept. 

 

Beide Wege führen zu einer nicht-kommutativen Vorschrift. Sieht jemand schon, wie man auf sehr ähnliche Weise zu einer kommutativen Verknüpfungsvorschrift kommen kann? 

 

Ich hoff', das beantwortet deine Frage in ausreichendem Maße. Ich würd' mich auch über die Lösung von KabelEins freuen, ist immer nett zu sehen, was sich der Fragesteller dabei gedacht hat.

20.05.2021

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